BMI / BBK Forschungsprojekt 'Organisationsprofile, Gesundheit und Engagement im Einsatzwesen' / study on organizational profiles, health and commitment of civil protection and disaster protection personnel (English speaking abstract can be downloaded in the blue box below)
Zusammenfassung Eine wertschätzende Rückmeldung des Vorgesetzten an seine Mitarbeiter ist diesen wichtiger als eine öffentliche Ehrung, so ein überraschendes Ergebnis der Studie. Mit einfachen Mitteln wie z.B. der Einräumung angemessener Handlungsspielräume und der Förderung von Teambildung kann die emotionale Verbundenheit mit der Organisation gefördert werden, lautet ein weiteres Ergebnis des Forschungsprojektes.
Das Bundesministerium des Innern (BMI) und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) beauftragten die Hochschule Magdeburg-Stendal mit dem Forschungsprojekt. Die Laufzeit des Projektes war von April 2006 bis September 2009.
Die vorliegende dreijährige Untersuchung lenkte ihren Blick bei den hauptamtlichen Einsatzkräften vom Extremereignis auf den Alltag und untersuchte erstmals diensteübergreifend und dienstevergleichend die Bedeutung von Konstellationen von Anforderungen und Ressourcen in der polizeilichen und nicht-polizeilichen Gefahrenabwehr für Burnout und Gesundheit. Im Bereich der Freiwilligen wurde die Haltekraft einer Organisation fokussiert und damit den Beweggründen der freiwilligen Einsatzkräfte zum Bleiben in der jeweils ausgewählten Organisation nachgegangen.
Aufgrund der gewonnen Ergebnisse könnten die einzelnen ASB-Geschäftsstellen eine gesundheitsförderliche Organisationskultur implantieren, indem sie u.a. nachfolgende Ansatzpunkte zur gesundheitsförderlichen Organisationsentwicklung berücksichtigt:
- Gestaltung fairer und angemessener Rückmeldung geprägter Arbeitsumgebungen
- Ermöglichen einer verlässlichen und gelingenden Zusammenarbeit funktionierender Teams
- Vorbereitung auf sozial und emotional herausfordernde Einsätze mit dem Erleben persönlicher Betroffenheit
Die Bleibemotive ehrenamtlicher Einsatzkräfte entsprechen fast identisch den Motiven zur Aufnahme der freiwilligen Tätigkeit: der Wunsch mit anderen Menschen zusammen zu kommen, gefolgt vom Wunsch, die Gesellschaft zumindest im Kleinen mit zu gestalten. Die Studie ermittelte des Weiteren, dass auf der Ebene der Organisation das Anbieten nach angemessener Aus- und Fortbildung ein sehr wichtiger Aspekt ist.
Es dürfte eigentlich für jede ASB-Geschäftsstelle ein Einfaches sein, diese vorgenannten Empfehlungen umzusetzen um so ein attraktiver Arbeitgeber für die hauptamtlichen Einsatzkräfte und eine attraktive Hilfsorganisation für die freiwillig Engagierten zu bleiben und zu werden.
Bei dieser Umsetzung werden wir die Gliederungen natürlich unterstützen, denn im Rahmen der 'Strategie Hilfsorganisation: Aufgabe in Gesellschaft – Zukunft im Verband' werden auf Grundlage der Forschungsergebnisse u.a. Handlungsempfehlungen zur Personalentwicklung für Bereich der Notfallvorsorge entwickelt.
Der vollständige Bericht zum Forschungsprojekt hat einen Umfang von mehr als 300 Seiten und enthält einen mehrseitigen englischsprachigen Abstract.
Sie können den Bericht als PDF-Datei abrufen. Siehe blaue Box. |