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Stellungnahme von SAMARITAN INTERNATIONAL zur Notfallvorsorge in Europa
- Die Ereignisse des 11. September 2001 in New York aber ebenso die Brandkatastrophe in Enschede und das Zugunglück in Eschede haben gezeigt, dass auch Großschadensereignisse zu Beginn immer mit den Mitteln der alltäglichen Gefahrenabwehr und Gesundheitsvorsorge bewältigt werden müssen. Dies schließt nach den spezialisierten Kräften der Notfallrettung im unmittelbarem Anschluss die Kapazitäten des Krankentransportes ein. Erst mit einer zeitlichen Verzögerung können die auf den Massenanfall von Verletzten spezialisierten Kräfte des Zivil- und Katastrophenschutzes, unter Einbeziehung vieler Freiwilliger, zum Einsatz gelangen. Dies macht die Notwendigkeit einer starken Vernetzung von Notfallrettung, Krankentransport sowie Zivil- und Katastrophenschutz deutlich.
- SAMARITAN INTERNATIONAL fordert daher ein einheitliches Hilfeleistungssystem von der alltäglichen Notfallrettung bis zum Großschadensereignis, das auf kommunaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene als Teil der hoheitlichen Gefahrenabwehr und Gesundheitsvorsorge koordiniert sein muss. Dabei sind auf allen Ebenen Nichtregierungsorganisationen einzubeziehen, um den für Großschadenseignisse unentbehrlichen Freiwilligen eine attraktive und effiziente Mitwirkung anbieten zu können.
- Die Erste-Hilfe-Ausbildung der Bevölkerung ist eine Grundvoraussetzung für die Selbsthilfefähigkeit der Bürgerinnen und Bürger in alltäglichen und außergewöhnlichen gesundheitlichen Notlagen. Gerade junge Menschen können durch praktische Bespiele an eine freiwillige Mitarbeit in einem Nothilfeleistungssystem herangeführt werden.
SAMARITAN INTERNATIONAL fordert daher die frühestmögliche Heranführung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch Erste-Hilfe-Trainings in Kindergarten, Schule und für Führerscheinbewerber als verbindliches Element eines europäischen Hilfeleistungssystems. - Der Krankentransport ist gerade in dünn besiedelten oder aus geografischen Gründen (Gebirge, Inseln) schwer erreichbaren Gebieten untrennbar mit der Notfallrettung verbunden. Auch in dicht besiedelten Regionen ist der Krankentransport meist die einzige, schnell verfügbare Reservekapazität der Notfallrettung bei Großschadensereignissen. Darüber hinaus führt eine strikte Trennung zwischen Notfallrettung und Krankentransport zu einer massiven Erhöhung der Vorhaltekosten für die Notfallrettung.
SAMARITAN INTERNATIONAL fordert daher eine Bewertung des Rettungsdienstes als Einheit von Notfallrettung und Krankentransport im Rahmen der hoheitlichen und nicht-wirtschaftlichen Aufgabe der Gefahrenabwehr und Gesundheitsvorsorge. Eine einseitige Bewertung unter Wettbewerbsgesichtspunkten führt zu keiner Effizienzsteigerung des Gesamtsystems Rettungsdienst. Die Besonderheiten der geografischen Infrastruktur sowie der Systeme der gesundheitlichen Versorgung können nur in einer regionalen Regelungskompetenz für den Rettungsdienst ausreichend Berücksichtigung finden. - In den Staaten der Europäischen Union haben sich Rettungssysteme unterschiedlicher Ausprägung entwickelt. Es gilt aus diesen Systemen die Vorteile im Kontext des jeweiligen Gesundheitssystems heraus zu arbeiten.
SAMARITAN INTERNATIONAL fordert die Definition und Abgrenzung von Begrifflichkeiten des Rettungsdienstes auf europäischer Ebene, um eine Optimierung der Rettungsdienste in Europa durch einen europäischen Vergleich zu fördern. Bei der notwendigen Weiterentwicklung von Rettungsdiensten sollten die notfallmedizinischen Erkenntnisse und Erfahrungen Vorrang vor wirtschaftlichen Erwägungen haben. - Dem Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse in einem geeinten Europa dienen auch die Umsetzung bereits bestehender einheitlicher Regelungen.
SAMARITAN INTERNATIONAL fordert die tatsächliche Umsetzung der einheitlichen Notrufnummer 112 sowie der europäischen Normen für Rettungsdienstfahrzeuge in allen Ländern der Europäischen Union.
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