Sozialmodelle in Europa
In Europa existieren unterschiedliche Sozialmodelle: das angelsächsische, das nordische, das kontinentale sowie das mediterrane Modell. Wobei die Modelle sowohl untereinander als auch innerhalb des Modells große Unterschiede aufweisen.
Das angelsächsische Modell sieht eine begrenzte staatliche Koordinierung von Sozialleistungen vor. Nach der wirtschaftsliberalen Tradition Großbritanniens liegt es am Individuum vorzusorgen. Der Staat federt mit seinen Maßnahmen bloß die schlimmste Armut ab. Anders das nordische System: ein höchst aktiver Staat stellt ein hohes Niveau sozialer Absicherungen zur Verfügung, das er durch eine gehobene Besteuerung finanziert. Durch Beschäftigungsanreize interveniert der Staat aktiv in den Arbeitsmarkt. Ähnliches gilt für das kontinentale Modell, das durch öffentliche Sozialversicherungen Unterstützung betreibt. Das mediterrane System wiederum kennt einen hohen Beschäftigungsschutz bei zugleich geringer Unterstützung von Arbeitslosen. Der größte Ausgabenanteil betrifft die Finanzierung der Pensionen.
So verschieden sich die Modelle in ihrer Ausgestaltung präsentieren, so unterschiedlich sind auch ihre Auswirkungen. Wie mehrere Studien aufgezeigt haben, erreichen skandinavische Länder den höchsten Grad an sozialer Gerechtigkeit in Europa. Die Chance, der Armut zu entkommen, ist in diesen Staaten deutlich höher als in angelsächsischen oder mediterranen Ländern. Auch im Vergleich zu Deutschland oder Frankreich erweisen sich Staaten wie Schweden seinen Nachbarstaaten als weit voraus. Zwar bieten kontinentale Modelle eine gute Leistung hinsichtlich sozialer Gerechtigkeit. Doch im Kosten-Nutzen Vergleich hinken Länder wie Deutschland deutlich hinterher.
(Quelle: Parität EU-Report 4/2005) |